Immanuel Heil im „Magazin Wirtschaft"
Unternehmensnachfolge: Warum die Übertragung zu Lebzeiten oft die klügere Lösung ist
Die Nachfolge im eigenen Betrieb gehört zu den wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen überhaupt und wird dennoch häufig zu spät angegangen. Immanuel Heil, Geschäftsführer und Partner der HWS, hat für die Sonderausgabe „Nachfolge" im „Magazin Wirtschaft" der IHK einen Fachbeitrag verfasst, der zeigt, warum sich Familienunternehmen frühzeitig mit einer unentgeltlichen Übertragung befassen sollten.
Der zentrale Gedanke: Die unentgeltliche Übertragung ist bei Familienunternehmen oft eine besonders interessante Gestaltungsmöglichkeit. Sie schont die Liquidität, ermöglicht eine gleitende Übergabe und kann bei guter Planung steuerlich sehr günstig ausfallen. Zugleich müssen Unternehmensfortführung, Altersabsicherung und Familienfrieden in Einklang gebracht werden.
Am Anfang steht eine belastbare Unternehmensbewertung. Sie bildet die Grundlage für die steuerliche Beurteilung, die Verteilung zwischen mehreren Kindern und die Bemessung von Ausgleichszahlungen. In komplexeren Fällen oder bei absehbaren Konflikten empfiehlt sich ein Gutachten, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
Kern jeder Nachfolge zu Lebzeiten ist die Nutzung der persönlichen Freibeträge im Erbschaft- und Schenkungssteuerrecht. Nach Ablauf einer gesetzlichen Frist von zehn Jahren lassen sie sich erneut nutzen, sodass größere Unternehmenswerte in mehreren Tranchen übertragen werden können. Bei mehreren Kindern lassen sich die Freibeträge zudem so kombinieren, dass eine annähernd gleichmäßige Teilhabe sichergestellt wird, ohne den Betrieb zu zerschlagen.
Für begünstigtes Betriebsvermögen bestehen darüber hinaus besondere Verschonungsregelungen. Bei der Regelverschonung bleibt ein erheblicher Teil des Betriebsvermögens steuerfrei, verbunden mit mehrjährigen Behaltens- und Fortführungsfristen sowie Lohnsummenauflagen. Die Optionsverschonung ermöglicht eine vollständige Steuerbefreiung, setzt aber längere Fortführungszeiträume und strengere Vorgaben voraus. Welches Modell passt, erfordert eine vorausschauende Analyse, unter anderem mit Blick auf das Verwaltungsvermögen und die Entwicklung der Lohnsumme.
Da die Verschonungsregeln politisch geprägt und Änderungen unterworfen sind, sollte frühzeitig mit den Übertragungsüberlegungen begonnen werden. Wer rechtzeitig plant, kann Freibeträge optimal nutzen, das Betriebsvermögen weitgehend steuerbegünstigt übertragen und die Nachfolge ohne Liquiditätsabriss gestalten. So wird sie zur letzten großen strategischen Entscheidung und nicht zum Notfallprogramm.
Den vollständigen Fachbeitrag von Immanuel Heil finden Sie in der Sonderausgabe „Nachfolge" des „Magazin Wirtschaft" der IHK und hier unter diesem Link zum Download: Artikel Unternehmensnachfolge
